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stadTraum -

performance

Erfahrungsbericht

 

Mit welchen Bewegungen hast du dich auseinandergesetzt?

 

Heinrich F.

 

Mit dem Stillstand, als Bewusstwerdung der eigenen Hektik und als Gegensatz zur sonstiger Bewegung im urbanen Raum. Der Stillstand als störendes, irritierendes und behinderndes Element im Fluss der Stadt.

Das Verharren in bestimmten, auch unangenehmen, Positionen führte zur Erweiterung der Wahrnehmung - nicht nur der Wahrnehmung vom Details in der Natur oder Architektur, aber auch Details im Verhalten der Mitmenschen. Auch die Erfahrung der eigenen körperlichen Grenzen war sehr bereichernd.

 

Lea H.

 

Zunächst mit der des Auffangens. Mit den kleinen Bewegungen der anderen; mit dem was sie tun, was sie dadurch produzieren und was vielleicht auch als Rest übrig bleibt/ im Sinne eines Abfallprodukts ihrer Handlung wie Gase aus dem Auspuff oder feine Partikel wenn man etwas zerschneidet.

Dann habe ich mich in Positionen gebracht, die auf jeden Fall untypisch sind bzw. zweckfrei, die aber in verschiedener Weise Anklang finden an die Umgebung. Sei es das dazwischenquetschen, das Ausfüllen von Raum, das Nähe suchen, das Analogien und Parallelen suchen.

 

Franka P.

 

Wiederholungen, aus anderen Bewegungen assoziierte neue Bewegungen, an den Raum und den im Raum enthaltenen Dingen angepasste Bewegungen: Blockieren, imitieren, anpassen...

 

 

Ist dir etwas neues aufgefallen was du zuvor im Alltag nicht gesehen hast? (Objekte/Subjekte)

 

Lea H.

 

Ich fand es besonders schön etwas oder jemand anderes zu ergänzen. Dies konnte ich sowohl beim Auffangen als auch beim Positionieren im Raum erfahren. Ein Beispiel war das direkte in Reihe stehen oder Ergänzen des anderen. Ich habe mich dabei oft gefragt, was der andere empfunden hat wenn man sehr nah kam. Ich selbst fand es schön, nicht in dem Sinne wie sonst Körperlichkeiten mit anderen Menschen, aber in einem interessierenden Sinne: Welche Resonanzen bekommt man bei spontanen Anlehnen? Ich glaube nicht, dass man da wirklich etwas spürt von dem anderen, sondern vielmehr an sich selbst wahrnimmt, ob das Anlehnen zB. mich bestärkt oder auch schwächer macht, ob man hier ein gutes Gefühl hat oder nicht. Man kann schließlich damit Stärke suggerieren, wenn auch nur durch die Komposition im Raum, die unweigerlich ein Ungleichgewicht (bzw. eine Gewichtung) erschafft.

 

Durch das Handeln im Raum habe ich tatsächlich erst von einigen Dingen Kenntnis bekommen. Zb. Hing ein Wahlplakat schief und unten. Weil ich auf einem Fahrradständer stand habe ich die Verschiebung glaube ich erst wahrgenommen (also höher war als sonst). Ich habe einige Zuschauer bemerkt. Menschen die aktiv verweilen an einem Ort den die sonst nur durchquert hätten, verändern das ganze Ensemble und auch die Dynamik und Komposition.

 

Franka P.

 

Meine Aufmerksamkeit nahm zu, ich konnte mich auf die Umgebung konzentrieren, andere Wahrnehmung. Im Umraum stellte ich folgende Punkte fest: Irritation, Verständnislosigkeit, Belustigung, Neugier, Ignoranz...

 

 

Heinrich F.

 

Darüber hinaus ist mir verstärkt aufgefallen wie die Mitmenschen auf ein dissonantes Verhalten

reagieren und wie unterschiedlich die Reaktionen ausfallen - auch wenn der Zusammenhang einer Kunst

Performance erkannt wird.

 

Wie hat die Gruppe auf dich gewirkt?

 

Heinrich F.

 

Bestärkend. Bereichernd. Beruhigend.

 

Lea H.

 

Ich hab definitiv ein flow-Erleben festgestellt. Das kam erst mit der Zeit. Bestimmte Personen waren Ankerpunkte. Wenn sie sich bewegt haben, hat sich der Raumausschnitt m..E. geändert/verlagert.

 

Welche Fragen sind entstanden?

 

Heinrich F.

 

Es sind keine bestimmten Fragen bezüglich des Workshops oder der Performance entstanden. Mein Interesse wurde jedoch auf die Performance als Ausdrucksmittel gelenkt.

Die verstärkte Wahrnehmung der Bewegungen und der entsprechenden Dissonanzen im urbanen Raum. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper (Ich) und die Erfahrung den Körper als Ausdrucksmedium zu nutzen.

 

Lea H.

 

Irgendwie nicht so wirklich. Ich hab vielmehr das Machen genossen und hab eher Antworten bekommen als Fragen. Also keine formulierbaren Erkenntnisse, sondern eher so Aha!-Momentee, die mir sagten, wie sich das was ich tat anfühlte….

 

 

 

Copyright © 2016 Institut für Körper und Raum - Wahrnehmung und Denken